LEBENSWERK

Yuriy und Natalia

leiten eine Gemeinde mitten im Krisengebiet. Wir kennen sie bereits seit einigen Jahren über unsere Mitarbeiter Joszef und Daniela aus Transkarpatien. Im April 2026 fuhren Jakob Albisser und Sarah-Melanie Garcia von der OEMCH persönlich zu ihnen, um sich einen Eindruck von der Situation vor Ort zu verschaffen. SM Garcia berichtet:

„Die Reise nach Cherson war gefährlich. Doch wir durften Gottes Schutz und Begleitung auf besondere Weise erleben. Wir machten uns auf den Weg, weil es uns wichtig war, mit eigenen Augen zu sehen, was Natalia und Yuriy vor Ort tun und wie wir sie am besten unterstützen können. Was wir gesehen und erlebt haben, hat uns überzeugt: Trotz des Krieges ist die Arbeit der Gemeinde von begründeter Hoffnung geprägt. Sie wächst stetig, und immer mehr Menschen finden inmitten der Dunkelheit zu Christus. Manche erleben dabei zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie wichtig, gewollt und geliebt sind.

Das schöne Kirchgebäude kann derzeit aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden. Deshalb hat die Gemeinde andere Räumlichkeiten ausserhalb der roten Zone bezogen.

Die Pastoren erzählten uns, dass zu Beginn des Krieges fast alle Gemeindemitglieder geflüchtet waren und viele Menschen zurückblieben, die sich dadurch allein gelassen fühlten. Eine Flucht kann richtig und notwendig sein – besonders, wenn das eigene Land von Angreifern besetzt wird, die plündern und Menschen schweres Leid zufügen. So war es auch während der Besetzung der Stadt Anfang 2022, bevor sie einige Monate später befreit wurde. Gerade Familien mit kleinen Kindern müssen sich in solchen Situationen in Sicherheit bringen können. Gleichzeitig gibt es Christen, die sich berufen fühlen, vor Ort zu bleiben und den Menschen beizustehen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht fliehen können. Zu ihnen gehören Yuriy und Natalia, das Pastorenpaar einer grossen Baptistengemeinde in Cherson.

Yuriy betete inständig darum, keinen Militärdienst leisten zu müssen. Er entzog sich seiner Pflicht jedoch nicht, sondern vertraute sich Gott an und suchte einen rechtmässigen Weg, seinem Volk als Pastor dienen zu können. Auch für uns war es wichtig, dass sein Dienst auf einer rechtlich geklärten Grundlage steht. Denn wir möchten nur Werke unterstützen, deren Verantwortliche ihre Aufgaben im Einklang mit dem geltenden Recht wahrnehmen können.

Im Zusammenhang mit dem Militärdienst hörten wir auch andere bewegende Geschichten. Ein Mann fand gemeinsam mit seiner Frau zum Glauben und wurde kurz darauf eingezogen. In dieser Zeit fragten sich die beiden, wie Gott ihnen jetzt noch helfen könnte. Doch schliesslich erlebten sie, wie Gott für sie sorgte – auf einem Weg, den sie nicht erwartet hatten. Im Militär gibt es unterschiedliche Aufgaben und Einsatzbereiche. Auch wenn der Dienst mit Risiken verbunden ist, ist er nicht in jeder Situation gefährlicher als das Leben als Zivilist. So waren die beiden letztlich sehr glücklich über die Stelle beim Militär. Solche Erfahrungen ermutigen uns, Gott auch in schwierigen Umständen zu vertrauen.

Yuriy und Natalia haben sich jedenfalls entschieden, Gottes Führung auch weiterhin zu vertrauen und vor Ort zu bleiben. Als Pastoren und durch ihre diakonische Arbeit stehen sie den Menschen in ihrer Umgebung bei. Sie helfen Kindern und Familien sowie alten und kranken Menschen mit unterschiedlichen Angeboten und Programmen. Ausserdem verteilen sie Lebensmittel und Hilfsgüter an Bedürftige und schenken einer leidenden Bevölkerung Trost und Hoffnung. Dabei dürfen sie immer wieder erfahren, wie Gott sie bewahrt und versorgt.

Ihre Gemeinde ist für viele Menschen in der Region ein wichtiger Halt und ein Ort der Hoffnung. Wer zu ihnen kommt, erlebt die Liebe Jesu nicht nur in Worten, sondern ganz praktisch. Wir hoffen und beten, dass dieses Werk der Nächstenliebe noch lange weitergeführt werden kann.“

In den Geschichtsbüchern lesen wir von Menschen, die selbst inmitten der Kriege dieser Welt die Hoffnung bewahrten und das Leben vieler Menschen nachhaltig veränderten. Auch heute gibt es Menschen, die solches Wirken zeigen – oft fern der Öffentlichkeit. Mit Ihrer Unterstützung können Sie dazu beitragen, dass Natalia und Yuriy ihre Arbeit fortsetzen und für andere da sein können. Sie retten Leben in zweifacher Hinsicht, denn Sie versorgen damit die Menschen mit dem, was Leib und Geist benötigen. Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25). Werden Sie Teil dieser Hoffnungsgeschichte!


Brief von Pastor Yuriy (PDF englisch), hier klicken



Um ihren Dienst der Nächstenliebe fortsetzen zu können, benötigen Natalia und Yuriy 500 Euro pro Monat bzw. 6'000 Euro pro Jahr.

Möchten Sie Retter:in einer ganzen Kirchgemeinde werden? Dann spenden Sie für „Kirche-Cherson”.

Wenn Sie gerne direkt informiert werden möchten, dann schreiben Sie uns und erhalten Sie Updates von der „Gemeindearbeit im Frontgebiet“ : E-Mail.


Im Video sind Ausschnitte aus der Arbeit der Kirchgemeinde und der Kinderprogramme zu sehen. Da sich die Kirche in der roten Zone befindet, mussten sie kurzfristig Räume ausserhalb nehmen, um weitermachen zu können. Zurzeit können sich die Kinder leider nur noch in gesicherten, abgedunkelten Räumen treffen.