Ein Herzensprojekt
Obwohl diese Familie alles gegeben hat, um sich aus den Schulden herauszuarbeiten und ein gesichertes Leben aufzubauen, könnte sie ihre Kinder verlieren. Leider keine Seltenheit im Osten. Wir haben das schon des Öfteren erlebt. Doch noch ist es nicht so weit. Wenn sie schnell genug anbauen können, besteht Hoffnung. Ein freiwilliger Mitarbeiter hat uns auf die Geschichte von Anton aufmerksam gemacht. Auch wenn wir hier Antons bemerkenswerten Wandel hervorheben, ist uns bewusst: Solche Herausforderungen meistert eine Familie nur gemeinsam. Die tatkräftige Unterstützung seiner Frau soll das nicht schmälern. Ein Bericht von Mitarbeiter Attila Kereszi:
„Als unser freiwilliger Helfer René vor vier Jahren Anton kennenlernte, befand dieser sich in einer sehr schwierigen Lebenslage. Hohe Schulden belasteten ihn und seine Zukunft schien düster. Zudem verhalf René ihm zu einer festen Arbeitsstelle mit einem fairen Lohn und stand ihm mit Rat und Ermutigung zur Seite. Das war möglich, weil Anton zuhörte und die Hilfe annahm. So gelang es ihm Schritt für Schritt, die finanzielle Situation seiner Familie zu ordnen und schliesslich auch die letzte Rate seiner Schulden zu begleichen.
Die Familie wohnt auf 50 m² in einer heruntergekommenen Hütte. In den letzten Jahren haben sie sich nicht viel gegönnt, um erst einmal ihre Schulden loszuwerden. Die Familienmitglieder teilen sich den einzigen Wohnraum. Separate Kinderzimmer oder ein Wohnzimmer gibt es nicht. Vor Kurzem wurden von den zuständigen Behörden verschiedene Auflagen erteilt. Unter anderem sollen die Kinder eigene Zimmer bekommen. Für die Familie ist dies eine grossse Herausforderung. Natürlich wünschen sich die Eltern schon lange nichts mehr als ausreichend Platz. Und obwohl Anton inzwischen über ein geregeltes Einkommen verfügt, übersteigen die notwendigen Investitionen ihre finanziellen Möglichkeiten in der kurzen Frist. Deshalb wurde unser Hilfswerk um Unterstützung gebeten. Geplant ist ein Ausbau des Hauses. Anton kann dank seiner beruflichen Erfahrung viele Arbeiten selbst ausführen. Auch René und weitere Helfer aus der Umgebung haben ihre Unterstützung zugesagt. Die geschätzten Materialkosten belaufen sich jedoch auf mindestens 18.000 Euro. Die gute Nachricht: Diese Familie ist fleissig, verantwortungsbewusst und gut in die Gemeinschaft integriert. Viele Menschen vor Ort sind bereit, mitanzupacken.
Wir möchten nun die Kosten für das Fundament und die Mauern realisieren, denn das können sie nicht selbst. Dafür werden rund 5'000 Euro benötigt. Wir hoffen, den Anbau unbedingt noch vor dem Winter abzuschliessen, damit das Haus vor Beginn der kalten Jahreszeit wind- und wetterfest ist. So können die Kinder bei ihren Eltern bleiben und die Familie erhält die Chance auf ein sicheres Zuhause.
Anton und seine Familie zeigen eindrucksvoll, was mit harter Arbeit, Verantwortung und Ausdauer möglich ist. Ihr Weg kann anderen Familien in ihrem Umfeld, die in der Armutsfalle gelandet sind, Mut machen und ihnen ein Vorbild sein, denn sie sind gut integriert. Wenn Einsatz und Eigenverantwortung auf diese Weise zu einer besseren Zukunft führen, entsteht Hoffnung – für die eigene Familie und für die ganze Gemeinschaft darum herum. Attila.“